_ /// Pressestimmen


Gary Berger sucht in «Turbine» für grosses Ensemble klingende Äquivalente für wechselnde Formen und Dichtegrade von Energie. Macht sich der Hörer frei von den durch die Titelgebung geweckten programmatischen Vorstellungen, so bleiben nachhaltige Eindrücke einer vielgestaltigen Musik.
(BASLER ZEITUNG, 20. April 2010)


„Gerade die (Jubiläums-) Nummer 20 der ZHdK-Records ist hochinteressant, vor allem in akustischer Hinsicht. Gary Bergers DVD ctrl + alt + delete, entstanden gemeinsam mit dem Saxophonisten Sascha Armbruster, fasziniert durch ihre genau ausgehörte, feinziselierte, ja zuweilen erlesene, stets originelle Klanglichkeit. Allein diese Tonspur würde ausreichen. Hinzu treten nun – manchmal bereichernd, manchmal verstörend – die Videos von Optical Noise. So entsteht ein spannendes Wechselspiel“.
(SCHWEIZER MUSIKZEITUNG, Februar 2010)


„Die Stücke des Zürchers Gary Berger (wellen.zerstäuben) und des Franzosen Yann Robin (Titans) demonstrierten eindrücklich, was für unterschiedliche Klangwelten dem [Schlagzeugarsenal der Lucerne Festival Percussion Group] entwachsen können.“ Berger, „selber ausgebildeter Schlagzeuger, [...] zerstäubt die sonst gewohnten Gesten geradezu in quantenmechanische Teilchen bzw. Wellen (von daher der Titel) und bringt sie von Innen heraus wieder in Bewegung.“
(DISSONANZ, #114, Dezember 2008)


Das absolut trio mit Bettina Boller, Violine, Imke Frank, Violoncello, Stefka Perifanova, Klavier, verband Schumann-Bearbeitungen mit neuem Kompositionen – dabei beeindruckte vor allem die dichte Klanglichkeit von Gary Bergers «übersetzte Geschwindigkeit», die von Schumanns «Liebesgarten» ausgeht.
(MUSIKTEXTE, #114, Zeitschrift für Neue Musik, August 2007)


Sehr gelungen «übersetzte Geschwindigkeit» des Zürchers Gary Berger. Er denkt das Klaviertrio trotz elektronischer Einwürfe instrumentaler, ist sehr mit der Tradition vertraut und begeisterte besonders durch intensive Klangballungen. Seine satten Trio-Klang erreichende, dichte und emotional genau austarierende Tonsprache liess Bergers Neuinterpretation des Textduktus des Schumann-Liedes «Liebesgarten» zum Erlebnis werden.
(ST. GALLER TAGBALTT, 30. Oktober 2006)


Konkret auf ein Schumann-Lied bezieht sich Gary Bergers Stück «übersetzte Geschwindigkeit». Ausgehend vom Text von «Liebesgarten» aus dem Opus 34 schafft der Zürcher Komponist ebenfalls mit dezenter elektronischer Unterstützung ein Gewebe von unterschiedlichen Dichtegraden, das zu einem überzeugenden Spannungsbogen gefasst ist.
(NEUE ZÜRCHER ZEITUNG, 30. Oktober 2006)


Die letzte Komposition des Abends "Tank für Stimme und Schlagzeug" stammte noch einmal von Gary Berger. Dabei ging es darum, auch die äusseren Beschränkungen von Musikhandlungen aufzuheben, etwa wenn Aufnahmen von Diktiergeräten abgespielt wurden und so zeitlich Ungleichzeitiges zusammengebracht wurde.
(BASELLANDSCHAFTLICHE ZEITUNG, 19. Dezember 2005)


„Bitmap“ nun für zwei Alt- und zwei Baritonsaxophone bezeichnet eine Rastergraphik, bei der je nach Auflösung die einzelnen Pixel der Bildrastrierung erkennbar werden. Wie mit einem Zoom kann man das Bild aus der Ferne betrachten, wobei das Ganze wahrnehmbar wird, kann man aber auch so nah heran gehen, bis das Abgebildete in den nun riesigen Pixeln verschwindet. Diese Aufgabe übernimmt akustisch die Live-Elektronik. Sie bläht den Innenklang der vier Saxophone nun allerdings nicht übermässig auf, sondern horcht in einem kammermusikalischen Sinn in die Strukturen hinein, nimmt da ein Flimmern grösser wahr, dort Fluktuationen eines Trillers und geht schliesslich wieder auf Distanz. Neue Texturen werden so möglich, Delays schaffen räumlich-zeitliche Veränderung. Gekörnte Musik gleichsam entsteht, diese freilich sehr agil und abwechslungsreich, knapp und klar gefasst.
(Thomas Meyer, CD-Booklet, Grammont Portrait - ARTE Quartett, Schweizer Saxophonquartette, Juni 2005)


Die musikalischen Gesten kommen aus der Körperbewegung. Auch bei Tonbandstücken wie «Zeitrisse» oder «unknüpfbar zerrissen» dreht sich der Körper im Raum. Die digitale Klangerzeugung erinnert an Grillen, denn die komplexen Gestalten sind aus kleinsten Klangkörnchen gewonnen. Faszinierend sind Bergers Werke für Instrumente und Live-Elektronik. Versplitterte Gesten werden scharf nebeneinander geschnitten, überraschende Ordnungen entstehen, die Elektronik vergrössert Instrumente und Raum. «Link» mit Altsaxophon und die uraufgeführten «spins» mit Schlagzeug und «zah» mit Baritonsaxophon und Violoncello erlebten durch Imke Frank (Violoncello), Rico Gubler (Saxophone) und Guy Frisch (Schlagzeug) engagierte, virtuose Wiedergaben.
(NEUE ZÜRCHER ZEITUNG, 14. März 2003)


Das Werk (Lichtepfindliche Erinnerungen), mit Bassflöte, Bratsche, Altsaxophon, Gitarre, Schlagzeug und Live-Elektronik originell besetzt, suggeriert eine staccatohafte, fast lakonische Unruhe [...] Kein Zweifel, es ist spannend, Bergers Musik zuzuhören, zumal er ein waches Gespür für ungewohnte Klänge und Klangkombinationen hat.
(BASELLANDSCHAFTLICHE ZEITUNG, 1. Februar 2003)


X-ation für Oboe und Live-Elektronik von Gary Berger bot einen intensiven, vorwärtsdrängenden Instrumentalteil (Matthias Arter), von dem bestimmte Stellen digital aufgegriffen und weiterverarbeitet wurden, sodass eine interessante zeitliche Struktur entstand: Die vom Computer generierten Veränderungen verliefen parallel zur Instrumentalschicht, bezogen sich aber nur auf einen Punkt derselben, verliefen also in gewisser Hinsicht vertikal dazu. So entstand der Eindruck, als ob im Sinne von Probebohrungen bewusst das Andere, nicht Erklingende, Ausgeblendete des horizontalen Instrumentalteils ausgelotet würde. Das Stück erhob so auch nicht einen Anspruch auf Vollständigkeit, sondern schärfte viel eher den Sinn für Möglichkeiten und Alternativen, für die Tatsache, dass jede Entscheidung für Homogenität auch das Ausblenden aller anderen Möglichkeiten bedeutet.
(DISSONANZ, #70, August 2001)


Bisher gilt sie im Konzert-Diskurs als Eigenheit des Festivals. Die Hochspannungs-Versuchshalle der TU Dresden wurde nun schon zum zweiten Mal in der Festivalgeschichte bespielt. Und inzwischen ist ihr gar ein Werk gewidmet - exakter: eine Improvisation. Die Musiker des Mittwochabends, die virtuosen Schweizer Matthias Arter (Oboe, English Horn) und Gary Berger (Elektronik), fühlten sich inspiriert, den "Versuch über Spannung, Elektrizität und Hall in der Hochspannungs-Versuchshalle" ins Programm zu nehmen. Es war ein hörenswerter - naturalistisches Abbild einer Zweckbestimmtheit und zugleich dessen Abstraktion. Eine phantasievoll strukturierte Klangpalette von schwirrenden Flüstertönen bis krachenden Eruptionen lag ausgebreitet im Rechteck aus vier Lautsprechern, während das English Horn, aus einer Raumecke tönend, den Vorgang zu steuern schien.
(SÄCHSISCHE ZEITUNG, 22. Juni 2001)


Berger arbeitet mit konkreten Klängen, die er allerdings elektronisch so weit transformiert, dass das Original nicht mehr erkennbar ist. Dazu kommen rein synthetisch hergestellte Klänge. Wichtig ist ihm vor allem die Syntax einer Komposition, nicht nur die reinen Klangreisen am Computer.
(NEUE ZEITSCHRIFT FÜR MUSIK, #2, März/April 2001)


[...] Sprache wird zersetzt und musikalisiert; dadurch konnte etwas Neues entstehen, das dem Zerstückeln der Worte entgegengesetzt scheint. [...] Am zwingendsten wirkte dieser Prozess in Gary Bergers „Doppelter Wendung“ für Stimme, Schlagzeug und Elektronik. Hier entwickelte sich aus der zersetzten Sprache eine dichte musikalische Aussage.
(TAGES-ANZEIGER, 10. Februar 2001)


Gary Bergers Lichtempfindliche Erinnerungen eine Überraschung nun im positiven Sinne: das nur knapp sechminütige Stück wirkt durch die hart aneinandergeschnittenen, gestisch klar konturierten Blöcke sowie durch den äusserst klugen Einsatz der Live-Elektronik gleichsam als Kammermusikpartner äusserst erfrischend.
(DISSONANZ, #66, November 2000)


Gary Berger verändert in seinen kurzen, dichten «Zeitrissen» für Tonband die Wahrnehmung von Zeit nicht minder radikal als Furrer-Münch...
(NEUE ZÜRCHER ZEITUNG, 23. Mai 2000)


Wie in der Religion, so kommt auch in der Neuen Musik der Humor oft zu kurz. Deshalb fiel auch die Uraufführung des elektronischen Stücks «unknüpfbar zerrissen» des 1967 geborenen Gary Berger positiv auf. Durch scharfe Klänge, die teils an Geräusche wie Bohren, Schnarchen oder Flaschenöffnen erinnerten, hat er eine eigenständige Ästhetik mit einem lockeren Augenzwinkern verschmolzen.
(ST. GALLER TAGBLATT, 9. November 1999)


Bergers Stück "im selben raum" von 1997 schiebt gleichsam Klangobjekte durch einen Hörraum und lässt sie aus immer neuen Blickwinkeln erscheinen; in "Zeitrisse" von 1998 arbeitet er mit "Netzen, welche sich sowohl in der Vertikalen als auch in der Horizontalen strecken beziehungsweise komprimieren lassen". Was in den Worten so theoretisch daherkommt, klingt durchaus überzeugend und entwickelt eine eigene musikalische Aussage.
(TAGES-ANZEIGER, 1. Oktober 1999)