GARY BERGER 2024. 艾爾·里希特·福爾貝哈爾滕

ISO668

ISO668 – Audiovisuelle Installation@Frachtschiff Maria-Helena (2021)

 

Täglich sind über 6.000 Containerschiffe in den Weltmeeren unterwegs. In etwa 38 Millionen Stahlcontainern – universell standardisiert mit der Normbezeichnung ISO 668 – legen Gebrauchsgegenstände zwischen Produktion und Konsument:innen kostengünstig weite Strecken zurück. Dieses Einheitsformat hat frühere Transportsysteme abgelöst und die effiziente weltweite Vernetzung von Gütern ermöglicht.

Drei mediale Ebenen schaffen im Schiffsinnenraum des ehemaligen Frachtschiffes, heute das Theaterschiff Maria-Helena, ein scheinbar automatisiertes Netzwerk, welches die Strukturen des globalen Warenverkehrs – Produktion, Logistik und Transport – visuell und auditiv erfahrbar macht. Drei Videospuren, projiziert auf hängende Stahlplatten, zeigen künstlerisch verarbeitete, unterschiedlich stark abstrahierte Bilder aus diversen Phasen und Momenten des Produkttransfers. Auf der auditiven Ebene wird die Schiffswand mit Hilfe von Körperschallwandlern selbst zur Membran: Das gesamte Schiff wird zum Klingen angeregt und so zum Lautsprecher umfunktioniert. Die Stahlplatten als Vermittlerinnen der Videospuren werden durch Transducer ebenfalls in Schwingung versetzt – das Bild wird somit durch den Klang direkt beeinflusst.

Als zentrales Element der Visualisierung akustischer Anregung entfaltet sich in drei mit Wasser gefüllten Schalen ein Übersetzungsprozess von Klang in sichtbare Wellenmuster. Automatisierte Arbeitsprozesse von Warenproduktion und Ladeprozessen werden mittels kleiner autonomer Maschinen mit jeweils individuellen Arbeitsvorgängen widergespiegelt. Durch die Anregung der an beiden Seiten des Schiffes angebrachten Automaten findet eine Übertragung digitaler Steuersignale in analoge Bewegungsstrukturen statt. Kinetische Vorgänge erzeugen konkrete akustische Klänge, welche zu einer Devirtualisierung elektronischer Steuerung führen: physical computing.

 

 

Das Schiff mit seinem internalisierten Kunstwerk hat die Städte der Großregion Saarbrücken, Trier, Schengen und Metz befahren. Kulturgut wurde so zur verbindenden Fracht zwischen den europäischen Nachbarländern.

Die Installation fand im Rahmen des EU-geförderten Projektes Noé/Noah – passage2021 der Hochschule für Musik Saar statt.

 

Realisiert wurde ISO668 im eSpace – Studio für experimentelle und elektronische Musik HfM Saar von Gary Berger und Olivia Artner.

Spezieller Dank:
Frank Lion, Barbara Bruhn
Philip Thelen, Holger Schories, Christine Baus
Theaterschiff Maria Helena – Saarbrücken
Medienagentur – Joachim Kreutzer – Saarlouis
Constellations 2021 Festival International d’Arts Numériques Metz

 

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